Es flattert, brummt, duftet, zirpt und summt. Im Zuge des Insektensterbens blühen Oasen der Vielfalt in Österreichs Gärten auf – Inseln der Biodiversität werden somit geschaffen, in denen Schmetterlinge, Bienen und Vögel ein Refugium finden.

Geht es unseren Schmetterlingen gut, geht es unserer Vielfalt gut! Schließlich sind die Falter sensible Bioindikatoren. Sie zeigen uns, ob ein Lebensraum gesund ist. Garteln für die Vielfalt ist deshalb ein Trend, der GartenbesitzerInnen zu NaturschützerInnen macht.

Schluss mit öden Graswüsten – so bringst du die Artenvielfalt auch in deinem Garten zum Aufblühen:

 

Dieser Artikel liefert Tipps rund um

 

  1. Pflanzen, die Schmetterlinge, Bienen und Co. magnetisch anziehen

  2. Ökologische Schädlingsbekämpfung

  3. Tabus in Schmetterlingsgärten

  4. Naturnahe Gartenarbeit in den vier Jahreszeiten

1. Schmetterlingsblumen- und hecken

 

Bunte Tupfer aus sattem Rot, zartem Violett oder sonnengelb. Dazu noch eine Prise Lavendel-, Pfefferminze oder Salbei-Duft:

In einem aktivierten Schmetterlingsgarten werden auch als erfreulicher Nebeneffekt unsere Sinne verwöhnt. 

 

Auf folgende Kräuter fliegen die fleißigen Bestäuber bevorzugt:

  • Pfefferminze,
  • Salbei, 
  • Lavendel, 
  • Liebstöckel, 
  • Thymian,
  • Gewöhnlicher Dost, 
  • und Oregano.

Auf diesen Blumen und Stauden landen die beflügelten Schönheiten am liebsten:

  • Fetthenne
  • Flammenblume 
  • Schafgarbe 
  • Distel
  • Phlox
  • Flockenblume
  • Pracht-Scharte
  • Eisenkraut
  • Sonnenblume
  • Margerite
  • Wiesensalbei
  • Klatschmohn
  • Königskerze

Der Brennnessel – als wichtige Raupennahrung – gebührt ein extra Platz im Schmetterlingsgarten! Genauso dem Efeu, denn in ihm überwintert unser Zitronenfalter.

Du denkst, der Schmetterlingsflieder fehlt in der Reihe der beliebtesten Nektar- und Pollenriege? Richtig. Denn die chinesische Buddleja davidii ist schwach giftig und enthält Glykoside, einer chemischen Verbindung aus Zucker und Alkohol.

Die Falter werden süchtig nach dem Nektar des Neophyten und vergessen dabei, die heimischen Pflanzen zu bestäuben. 

Nachdem die Edelfalter  beim Schmetterlingsstrauch verweilt sind, haben Experten anomales Verhalten bemerkt: Sie verlieren ihre Scheu und werden leichte Beute, flattern taumelig und haben starken Durst auf Wasser. Dazu ziehen sie sich nicht bei der Dämmerung zurück, sondern trinken weiter.

Zur Arterhaltung trägt der Schmetterlingsflieder oder Sommerflieder also nicht bei, schließlich bittet der exotische Strauch ebenso kein Raupenfutter.

Wie sich der berauschte Sommer mit wenig Schlaf auf die Wanderfalter wie Distelfalter oder Admiral auswirkt, ist noch nicht bekannt. 

“Die Schmetterlinge halten nur für das Foto am Sommerflieder still, weil sie beduselt sind.”


Schmetterlingshecken als Rettung für heimische Falter

Diese Gehölze bieten Nahrung und Versteck für mindestens zehn verschiedene, heimische Schmetterlingsarten.

  • Roter Hartriegel
  • Faulbaum
  • Gewöhnlicher Liguster
  • Gewöhnliche Heckenkirsche
  • Schlehdorn
  • Kreuzdorn
  • Schwarzer Holler
  • Wolliger Schneeball
  • Traubenkirsche
  • Sal-Weide

2. Ökologische “Schädlings”-Bekämpfung

Der naturnahe Garten soll ein Schmetterlingsmagnet sein. Es sind jedoch nicht alle Insekten- und Spinnentiere geladene Gäste. Buchsbaumzünsler, Läuse, Spanische Wegschnecken: Je nach Toleranzgrenze wird die Geduld der Gartelnden nicht selten strapaziert. 

Artenarme Gärten trifft ein Schädlingsbefall besonders schwer. Eine reiche Pflanzenvielfalt ist die beste Prophylaxe für einen gesunden Garten. Deine tierischen Komplizen gegen hungrige Pflanzenfresser sind:

  • Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen oder Schlupfwespen gegen Blattläuse und deren Larven.
  • Igel, Blindschleichen, Kröten und Laufkäfer sind deine Patrouille gegen Nacktschnecken.
  • Nematoden (winzige Fadenwürmer) sind gegen den gefräßigen Dickmaulrüssler oder Gartenlaubkäfer im Einsatz.
  • Greifvögel lauern gerne auf angebrachten Sitzstangen in Streuobstwiesen auf Wühlmäuse. Auch Wiesel lassen sich durch Steinhaufen in eine Streuobstwiese anlocken, damit sie ihren Hunger anschließend mit Wühlmäusen stillen.
  • Mit einer Nisthilfe begrüßt du die Nützlinge wie Marienkäfer, Wildbienen und Florfliegen. Mit Nistkästen für Fledermäuse oder Vögel heißt du den Großen Abendsegler, Amseln, Meisen, etc. als hungrige Insektenfresser willkommen.

Auch in unserer Naturapotheke helfen angerührte Mittelchen:

  • Spritzungen mit Milch oder Molke helfen speziell gegen den Echten Mehltau. Dabei wird die Milch auf ein Zehntel und die Molke auf ein Dreißigstel verdünnt.
  • Das Beizen von Kartoffel-Saatknollen mit Senfölen gegen Pilze.
  • Zwiebelsud oder ausgekühlter Kamillen- und Fencheltee als biologisches Fungizid.
  • ein Spritzmittel aus den Blüten der Schafgarbe gegen Monilia, Pflanzenrost und Kräuselkrankheit.
  • eine Jauche aus der Großen Brennnessel, die die Pflanze nicht nur düngt – auch Spinnmilben und Blattläuse werden das Weite suchen.

Gegen Spanische Wegschnecken hilft: Absammeln. Stelle ihnen eine Falle mit großen Blättern und Brettern über Pflanzenresten und versammle die hungrige Meute alle an einen Platz. In einem naturnahen Garten ist man besser gegen die Rot-braune Gefahr gewappnet. Sonst schützen das frische Gemüse auch Schneckenzäune oder Kulturschutznetze. 

3. Tabus im Schmetterlingsgarten

Wie du Schmetterlinge, Bienen oder Vögel fern aus deinem Garten hältst?

  • Mit jeglicher Art von Giftspritzerei
  • die von allen Tieren (außer Zecken) verschmähten Thujenhecken, die Platz für heimische Schmetterlingshecken machen sollten
  • Englischem Rasen
  • Fehlen von wilden Zonen
  • Nächtliche Beleuchtung, Stichwort: Lichtverschmutzung
  • Rasenmäherroboter (töten Igel, Blindschleichen, Frösche usw.)
  • Exoten wie Bambus, Ziergräser, Glanzmispeln, Zuchtrosen mit gefüllter Blüte oder Palmen, die kaum Nektar noch Pollen liefern
Image
Schmetterlingsgarten

4. Der Naturgarten im Jahreszyklus

Frühling: ran an den Spaten

Die kargen Wintertage sind vorbei und dein Garten lechzt nach einer Frühjahrskur. Dann zögere nicht lange und schnapp dir den Spaten - es ist eine Menge zu tun: 

Die Mulchschicht in deinen Beeten wird gelockert und mit Kompost angereichert, das Beikraut entfernt und die Bäume und Schmetterlingshecken zurechtgestutzt. Schritt für Schritt kannst du die ToDo´s im Frühling hier nachlesen.


Die ersten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge brummen und flattern um die blühenden Palmkätzchen und Primeln. 

Bei der Auswahl der Obst- und Gemüsepflanzen ist darauf zu achten, dass die Samen und Jungpflanzen aus biologischer Aufzucht stammen. So kannst du sicherstellen, dass deine Ernte gesund und frei von Pestiziden ist und Schmetterlinge sich in deinem Paradies wohl fühlen. Wie wäre es heuer mit einer duftenden und würzigen Kräuterspirale?

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Aktiv werden im Garten: Folgende Veranstaltungen und Workshops in deiner Nähe bringen ExpertInnen und Garten-Enthusiasten zusammen.

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Der Sommer trägt Früchte

Die angelegten Kräuterspiralen, Gemüsebeete und Blumenwiesen gedeihen prächtig in der strahlenden Sonne und die Obstbäume tragen schon die ersten Früchte. Die erste Ernte ist schon reif: Radieschen für den Salat, Erdbeeren zum Naschen und Zucchini für den Grill.

Das Potpourri an reifen Obst und Gemüse hat Hochsaison – so ist auch das Schmetterlingsbuffet an den blühenden Kräutern und Blumen nun reichlich gedeckt. 

Bei aufkommender Hitze und Trockenheit lassen die Pflanzen die Köpfe hängen? Erfahre hier, wie du über einen trockenen Sommer kommst. 

Damit dein kleines Eldorado weiterhin in voller Farbenpracht erstrahlt, musst du es regelmäßig düngen. Bitte achte darauf, dass der Dünger torffrei und biologischem Ursprung ist, sonst ist der biologische Anbau im Frühling umsonst. Aufgüsse aus den eigenen Gartenkräutern, wie z.B. Brennnesseljauche schenkt deinen Pflanzen Kraft und Energie zum Weiterwachsen. Wie du Brennnesseljauche selbst herstellen kannst, erfährst du hier. 

Herbst: es wird aufgeräumt

Die letzte Ernte wird eingeholt und feierlich schnabuliert, das faulige Fallobst aus dem Garten entfernt und die welken Blätter zusammengerecht. Lass das Laub einfach unter Sträuchern liegen, damit der Igel dort überwintern kann. Das Fallobst und ausgejätete Gemüse aus den Beeten finden am Komposthaufen ihren Platz. 

Primärzersetzer wie Regenwürmer, Asseln und Schnecken sind jetzt auf Hochtouren und freuen sich auf die Leckerbissen. Vergiss nicht Blumenzwiebel, wie Frühlingszwiebel, Märzenbecher oder Krokusse in deine Beete zu setzen, damit dein Garten schon kurz nach der Schneeschmelze einige Farbtupfer erhält. Was noch im Herbst zu beachten ist, damit dein Garten im nächsten Frühjahr in voller Pracht erwacht, kannst du hier nachlesen. 


Winter: Vorbereitungen für den Frühling

Jetzt beginnt die ruhige Zeit in deinem Gartenjahr. Du kannst dich getrost zurücklehnen und die Zeit vor dem Kamin genießen. Schmiede Pläne für die nächstes Saison: Welche Blumen möchtest du wo einsetzen? Welches Obst- und Gemüse soll geerntet werden? Darf es heuer eine Kräuterspirale sein? Plane vor und schreibe alles auf, damit du im Frühling startklar bist und nichts vergisst. 
Es ist auch Zeit dich um die Insekten zu kümmern. Hast du schon an ein Insektenhotel in deinem Garten gedacht? In Anbetracht des derzeitigen Insektensterbens wirst du damit einen großen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt leisten. Nutze die Zeit im Winter, um dein eigenes Insekten-Nisthilfe zu bauen. Wie das genau funktioniert, erfährst du hier. 
 

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Termine: während der Öffnungszeiten des Weidendoms jeweils um 11:00, 14:00, und 16:00

Öffnungszeiten Nationalpark Erlebniszentrum Weidendom:

Mai, Juni: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
Juli, August, bis Mitte September: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr
September: Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Anfahrt: Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

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Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

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Samstag, Sonntag, sowie an Feier- und Fenstertagen geöffnet, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr

Anfahrt:
Das Erlebniszentrum liegt an der Bundesstraße B146 direkt an der Abzweigung nach Johnsbach, gleich gegenüber vom Gasthof zur Bachbrücke.

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