Wenn die gefärbten Blätter von den Bäumen tanzen, wissen wir: Der Winter ist nicht mehr weit. Das spüren jetzt auch die Schmetterlinge. Wohin ziehen sie sich über die kalten Monate zurück? Wie kann ich ihnen beim Überwintern unter die “Flügel” greifen? Blühendes Österreich verrät es dir.

Ob im Ei, als Raupe, verpuppt oder als ausgewachsener Falter – der Schmetterling überwintert in unterschiedlicher Form und trotzt der Kälte mit teils ausgeklügelten Techniken:

Als Ei überwintern

Viele Faltern überwintern im Ei, meist direkt an der Futterpflanze. Oft sind die Eier von einer wärmenden Schicht überzogen, wie beim Schwammspinner zum Beispiel, dessen Weibchen Teile ihrer Hinterleibsbehaarung mit einem Sekret an die Eier festklebt.

Man findet aber auch Schmetterlingseier von anderen Arten völlig frei auf der Pflanze. Auf Schlehenhecken kannst du die 1 mm großen, weißen Kügelchen des Nierenfleck-Zipfelfalters auf den kahlen Zweigen entdecken.

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Nierenfleck Zipfelfalter Brut

So macht sich die Raupe winterfest

Viele Schmetterlingsraupen überwintern am Boden oder unter einer Baumrinde. Andere sind härter im Nehmen und harren frei an der Futterpflanze aus – wie die Raupe des Kleinen Schillerfalters zum Beispiel, der gleich neben seiner Zitterpappel-Knospe ruht. Wenn sie dann im Frühling aufblüht, ist sie die erste am Buffet!

Gemütlich im Ameisenhorst macht es sich hingegen die Raupe des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, wo er als Sozialparasit die Ameisenbrut frisst.

Die Raupen vom Eisvogel überwintern in einem so genannten Hibernarium, einem selbst gesponnenen Winterlager, das aussieht wie ein vertrocknetes Blatt. Die kleine Raupe des Eisvogels beißt die Blattspitze eines Heckenkirschblatts ab und verarbeitet die zurückgebliebenen Zipfel zu seinem Unterschlupf.

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Raupe Kleiner Eisvogel

Als Puppe über den Winter kommen

Weit verbreitet unter den Schmetterlingen ist es, als Puppe zu überwintern. Gut getarnt als vertrocknetes Blatt oder Dorn, wie beim Aurorafalter beispielsweise, überwintern sie wind- und wetterfest in ihrem Kokon.

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schmetterlinge ueberwinter Aurorafalter

Als Schmetterling überwintern

Nur wenige Schmetterlingsarten (C-Falter, Tagpfauenauge, Kleiner und Großer Fuchs, Trauermantel, Zitronenfalter) überwintern als beflügelter Falter.

Das robuste Tagpfauenauge verbringt die frostige Zeit in Höhlen, Stollen und feuchten Kellern. Für die Schmetterlings-Anwältin Nadia Wolfinger, Autorin von „Schmetterling Wunderling“, ist es eine große Freude, wenn von ihr aufgezüchtete Schmetterlingsraupen als Falter dann bei ihr Zuhause Unterschlupf suchen:

„Für uns als Schmetterlingsliebhaber ist es eine Freude, wenn die Falter unsere Möglichkeiten zum Überwintern aufgreifen. Wir freuen uns, wenn in der Garage oder am Dachboden ein Kleiner Fuchs ein Plätzchen gefunden hat. Wir vermuten dann, dass es einer aus unserer Zucht vom letzten Frühling ist.“

Der Zitronenfalter hingegen will es wissen, und verbringt den Winter völlig unter freiem Himmel, oft dicht am Boden, an Zweigen oder Halmen. Dort verharrt er von Oktober bis Februar und lässt sich sogar einschneien. Dank seines körpereigenem Frostschutzmittel in Form von Glycerin kann er bis zu Minus 20 Grad unbeschadet überstehen. Aber auch im Efeu findet er neben dem Faulbaumbläuling Unterschlupf. Er erwacht erst, wenn ihn die Frühblüher mit ihrem süßen Nektar locken.

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Schmetterlinge ueberwinter Zitronenfalter

Wanderfalter

Andere Schmetterlingsarten flattern einfach in wärmere Regionen des Mittelmeerraums wie der Admiral, Distelfalter, Taubenschwänzchen oder Postillion, die die kalten Monate in wärmeren Gefilden überbrücken.

Laut Helmut Höttinger, wissenschaftlicher Experte der Schmetterlings-App, gibt es hier Gewinner und Verlierer durch den Klimawandel:

“Einige Arten, welche bisher nicht oder nur selten den Winter bei uns überlebt haben (bezieht sich je nach Art auf Raupen, Puppen oder Falter), schaffen es, vermehrt zu überwintern, z.B. der Admiral oder das Taubenschwänzchen. Andererseits können mildere Winter auch zu verstärkten Verlusten führen, wie durch Verschimmeln von Raupen oder Puppen oder verstärktem Druck von Räubern, die dann im Winter auch aktiver sind.”

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Wie helfe ich dem Schmetterling beim Überwintern? 8 Tipps für SchmetterlingsfreundInnen

  1. Wärme ist dem Schmetterling sein Tod! Du hast in den kalten Wintermonaten einen regungslosen Schmetterling am Dachboden, Keller oder in der Gartenhütte gefunden? Trage ihn bitte nie in die beheizte Wohnung, da er sonst aus seiner Winterstarre erwacht und gleich verhungern würde. Lass ihn einfach an Ort und Stelle weiterschlummern und achte darauf, dass er im Frühling nach dem Aufwachen ungehindert ins Freie flattern kann.
  2. Vor allem Kleiner und Großer Fuchs, Tagpfauenauge oder Trauermantel suchen die Nähe des Menschen zum Überwintern auf. Falls der Schmetterling im Winter in deiner Wohnung flattert, verfrachte ihn vorsichtig in eine kleine Pappschachtel (mit Schlitz, damit er im Frühling davon flattern kann) und platziere diese an einen kühlen Ort wie die Garage, Gartenhäuschen oder dem ungeheizten Stiegenhaus zum Beispiel. Achte auch darauf, dass im Frühling der Falter die Garage usw. verlassen kann.
  3. Biete Unterschlupf, indem du Winter-Quartiere wie Kletterpflanzen in deinem Garten bereitstellst. Denn Schmetterlinge überwintern gerne im Efeu, Wald-Geißblatt oder Wilden Wein. Stelle den flatterhaften Freunden somit in allen Entwicklungsstadien einen Unterschlupf im Garten bereit und schneide die Kletterpflanzen im Winter nicht zurück!
  4. Stein- und Reisighaufen sowie alte Steine laden ebenso die müden Gaukler zum Überwintern ein!
  5. In jeden größeren Garten gehört eine Sal-Weide. Sie dient im zeitigen Frühjahr als Nektarquelle für viele Insekten und die Raupen vieler Schmetterlingsarten bevorzugen diese Futterpflanze.
  6. Räume im Herbst den Garten nicht komplett auf. Einige Stängel dürfen ruhig stehen bleiben.
  7. Nicht alle Flächen gleichzeitig mähen, um nicht auf einen Schlag den ganzen Lebensraum von Faltern und Raupen zu zerstören.
  8. Baue ein Insektenhotel und biete Schmetterlingen, Marienkäfern und Co. einen Ort, um über den Winter zu kommen.

 

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Nach einer herzlichen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde geleitet uns der Förster sowie der Waldpädagoge zu seinen Lieblingsplätzen in den Naturschutzgebieten im Almtal. Und davon gibt es viele, denn er kennt sein Revier wie seine Westentasche und wählt je nach Gruppe und Witterung die passenden Orte aus.

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