Kürbis, Marille oder Apfel: Wer bestäubt unsere Lebensmittel, wenn Bienen und Schmetterlinge an der Kippe ihrer Existenz stehen?

Bedroht werden sie vom Klimawandel sowie dem Artensterben – beides vom Menschen verursacht. Gemeinsam sind Klimawandel und Artensterben eine Zwillingskrise, da die Klimakrise das dramatische Aussterben unzähliger Arten forciert.

Im Rahmen des Symposiums “Sag mir nicht, der Wandel sei unmöglich” vom 12. November 2019 kamen PionierInnen zu Wort und haben gezeigt:

Der Wandel hin zu einem ökologischen Wirtschaften hat seine Lehrjahre hinter sich, hat Fuß gefasst und ist bereit, die rein profitorientierte Wirtschaft abzulösen.  

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Freiwillige vor! In unserem Naturkalender kannst du die Ärmel für den Schutz unserer Natur hochkrempeln.

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Hier sind 5 Bereiche, in denen der Wandel für ein artenreiches Österreich bereits eingetreten ist: 

1Gemeinden denken und lenken um

Wo einst der englische Rasen dominierte, Bäche betoniert wurden und Giftspritzerei auf der Tagesordnung stand, wachsen heute Blumenwiesen, dürfen Fließgewässer ihre Arme ausstrecken, blühen Obstbäume und Insektenhotels warten auf ihre krabbelnden und beflügelten Gäste.

Der Wert einer gesunden Natur- und Kulturlandschaft ist dank engagierter Bürger und Bürgerinnen auf der Gemeindeebene angekommen.

Konkrete Beispiele? So haben aktuell am 12. September 14 niederösterreichische Gemeinden eine Allianz für die Vielfalt ratifiziert. 

Dazu färben 7 Gemeinden aus der Südsteiermark ihre monotonen Graswüsten dank heimischer Sträucher und Wildblumensamen bunt. Von der Wiederherstellung eines Moors in Lamprechtshausen, der Renaturierung des Inn, der Wiederbelebung des Schmida-Mühlbachs in Absdorf, der blühenden Transformation der Grünflächen in Admont, Wasserbüffeln in Gmünd, die die Auenlandschaft erhalten, buntere Obstgärten in St. Ruprecht oder Kufstein als sauberste Region Österreichs, sowie die FLORA Partner von Blühendes Österreich – sie alle stehen, stellvertretend für viele weitere Initiativen, im Zeichen des Artenschutzes. Noch mehr Erfolge in den Gemeinden gibt es hier.

2Der Handel für die Vielfalt

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Green Building Billa Perchtholdsdorf

Der Lebensmittelhandel hat mit seinen Eigenmarken gesunde, biologische und regionale Lebensmittel demokratisiert. Bei REWE zog 1994 die Marke Ja! Natürlich mit seinem biologischen Sortiment in das Supermarktregal ein und war Wegbereiter für ein Umdenken in Richtung nachhaltige Landwirtschaft.

2013 erhielt mit der Gründung der Stiftung Blühendes Österreich die Biodiversität eine Lobby. Juwele der Artenvielfalt werden seitdem gefördert und erhalten.

"BILLA trägt über seine Initiative Blühendes Österreich zur Stärkung regionaler Initiativen und zum Schutz der natürlichen Vielfalt bei. Für uns ist die Unterstützung ehrenamtlicher Engagements und Freiwilligenarbeit, die hier bspw. über den Landschaftspflegeverein erfolgt, ein wichtiges Anliegen.“ 
Robert Nagele, Vorstandssprecher BILLA Österreich

In den BILLA Filialen steht zudem Klimaeffizienz hoch im Kurs: Bereits 830 Filialen wurden mit klimafreundlichen Photovoltaikanlagen nachgerüstet. Einwegtragetaschen aus Plastik sind endlich Geschichte und mit der Initiative “Raus aus Plastik” sollen Plastikverpackungen reduziert werden. 

“Gerade Konzerne können einen starken Einfluss auf die zukünftige Entwicklung nehmen und KonsumentInnen zum bewussten Konsum motivieren. Denn wenn wir das 1.5 Grad Ziel 2050 erreichen wollen, sind kleine Ausreißer nach oben wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten!” Renate Christ, UNO Weltklimarat

3Der unbezahlbare Wert der Biodiversität wird publik

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Lamprechtshausen Naturschutz

Ein paar Vorreiter wie BirdLife Österreich wussten vor 10 Jahren bereits um das Insektensterben Bescheid und lenkte mit Blühstreifen für die Bestäuber dagegen. Heute gibt es mit Blühendes Österreich eine Initiative, die mit Vordenkern aus Wirtschaft, Freiwilligen sowie Naturschutzinitiativen Lebensräume erhalten und verbessern. 

“Wir wollen miteinander aufblühen und noch mehr blühen” 
Tanja Dietrich-Hübner, Leitung Stabstelle REWE Nachhaltigkeit

Besonders in Schulen und Kindergärten werden Samen für die Zukunft gesät: Nach der Theorie vom Artensterben kommt die Generation von morgen schnell ins Tun: Naschbeete, Schulteiche, Obstgärten, Insektenhotels und Blumenwiesen dürfen am Schulgelände bzw. im Kindergarten sprießen. 

4Bauern und Bäuerinnen für die Vielfalt

Bunte, summende und brummende Blumenwiesen sind nicht aus unserer Landschaft wegzudenken. Sie sind das Resultat harter Arbeit. Und einer großen Portion Ideologie.

Ohne den Einsatz von nachhaltig bewirtschaftenden Bauern und Bäuerinnen wie beispielsweise von der Familie Sonnleitner, der Familie Zillner, Familie Frank oder die Familie Hirsch würden diese Flächen verbuschen und verwalden. Der Lebensraum für den bedrohten Apollofalter, Großer Feuerfalter oder Berghexe uvm. würde ohne ihrem Engagement unwiederbringlich verschwinden.  

5Hotellerie for Future

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Michaela Reitterer

Lavendeldach mit Bienenvölkern, hauseigener Honig, Top-Designs in upgecyelten Hotelzimmern und ausschließlich Biologisches und Regionales am Frühstücksbuffet – alles Zero Waste, versteht sich: Das erste Null-Bilanz-Energiehotel Österreichs, Boutique Hotel Stadthalle von Michaela Reitterer, zeigt seit 20 Jahren vor, wie man erfolgreich und ressourcenschonend wirtschaften kann.

"Wir können die aktuelle weltweite Biodiversitätskrise nur meistern, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen – und zwar in dieselbe Richtung.

Die Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren – von der örtlichen Bevölkerung, den Gemeinden, Schulen, örtlichen Vereinen und Grundeigentümern über Landwirtschaftsbetriebe, Jagd, Wirtschaft, Tourismus bis hin zu den bestehenden Naturschutzakteuren wie Biosphärenpark Wienerwald Management, Regionale Gehölzvermehrung, REWISA, Naturschutzbund Niederösterreich, Umweltschutzabteilung der Stadt Wien und Niederösterreichischem Schutzgebietsnetzwerk ist die wesentliche Basis dafür.“ 

Irene Drozdowski, Obfrau Landschaftspflegeverein Thermenlinie

 

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Jetzt weiterlesen: 

14 Gemeinden unterzeichnen Pakt für die Artenvielfalt

Tipps für Naturschutz in der Gemeinde

Tipps für Naturschutz im Kindergarten und der Schule

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