Von West nach Ost: Wo zeigt sich die Natur von ihrer vielfältigsten Seite? Welche Ausflugsziele bringen Frischluft-Enthusiasten zum Schwärmen?

Blühendes Österreich hat die Fühler ausgestreckt und die Biodiversitäts-Hotspots sowie herausragende Naturschönheiten eingefangen:

1Vorarlberg: Großes Walsertal

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Tief unten in der Kessischlucht dreht sich das Wasser. Foto: Christina Schwann

Bunt getupfte Almwiesen, wilde Flüsse und hochalpine Gipfel sind die treuen Begleiter bei einer Wanderung durch das Bilderbuch-Tal. Der Panoramablick ist nicht nur ein Augenschmaus – auch die nachhaltig bewirtschafteten Erzeugnisse der Almen wie traditioneller Speck oder Käse (Wasserstolz Bergkäse!) schmecken und geben Energie, um der Natur im Großen Walsertal auf der Spur zu bleiben: von der extrem seltenen Spirke, imposanten Wasserfällen, 20 Orchideenarten bis hin zum Murmeltier, Gämse oder dem Apollofalter. 

Der gleichnamige UNESCO Biosphärenpark Großes Walsertal gibt dem harmonischen Zusammenspiel von Mensch und Natur in der Kulturlandschaft den Rahmen. Im Gadental und im Faludriga-Nova-Tal treibt es alleinig die Wildnis bunt. In den zwei Naturschutzgebieten regiert Mutter Natur. Eine Wanderung wert ist das Naturdenkmal “Kessischlucht”. Der vom Wasser geschliffene Kessel wirkt hypnotisierend auf die BesucherInnen.

2Tirol: das Tal der Schmetterlinge

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Gelbringfalter

Das große Flattern ist landesweit verstummt. Es gibt sie aber noch vereinzelt, die Schmetterlings-Hotspots. Ein unvergessliches Schmetterling-Eldorado ist das Tiroler Brandenbergtal. Vorbei am Naturdenkmal Brandenberger Ache, Klammen und durch Wälder sind die Spanische Fahne, Ulmen Zipfelfalter oder der Gelber Hermelin von den insgesamt 800 dokumentierten beflügelten Raritäten zu entdecken. Über noch mehr beflügelte Vielfalt kann sich nur noch ein Gebiet im Osten Niederösterreichs erfreuen (siehe unten).

Die Schmetterlinge fliegen auf die Waldränder, Lichtungen und den Schluchtwald entlang der Tiefenbachklamm, den Unteren und Oberen Kaiserboden sowie auf die Kiefernwälder an der Weißbachmündung im Alpbachtal. Unbedingt die kostenlose Schmetterlingsapp herunterladen und die flatterhaften Schönheiten für die Wissenschaft dokumentieren!

Raus in die Natur – aber bitte mit Anstand. Folgende Regeln sind einzuhalten, um keinen Schaden anzurichten.

3Salzburg: Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern

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Krimmler Wasserfälle

Die Alpen sind europäischer Hotspot der Biodiversität. Höhenmeter für Höhenmeter zeigt sich im Nationalpark Hohe Tauern ein atemberaubendes Naturschauspiel zwischen Salzburg, Kärnten und Osttirol.

Vom mystischen Moor, bunten Almwiesen, einzigartigen Lärchen-Zirbenwäldern, beeindruckenden Gletschern bis zu den größten Wasserfällen Europas – den Krimmler Wasserfällen!

Die gewaltigen Wassermassen stürzen 380 Meter über drei Stufen vom Berg ins Tal hinab. Die erfrischende Gischt, das tosende Rauschen und der wunderschöne Ausblick in den Nationalpark machen einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

NaturfreundInnen betreten das Reich des Bartgeiers, Steinbocks, Murmeltiers, aber auch von filigraneren und bedrohten Exemplaren wie Roststerniges Blaukehlchen, Schillernder Mohrenfalter und Bergmolch, die im Nationalpark Hohe Tauern ein Refugium vorfinden.

Zu den Naturerlebnissen des Nationalpark Hohe Tauern aufbrechen!

4Kärnten: Tiebelquellen in den Nockbergen

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Falkertsee, Biosphärenpark Nockberge

An der Alpensüdseite mit den aneinandergereihten runden Bergkuppen wird die Natur gehegt und gepflegt – und teilweise auch konsequent in Ruhe gelassen. Im Sinne der UNESCO Biosphärenparke sollen auch die selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten in den Kärntner Nockbergen einen intakten Lebensraum vorfinden.

Eine verwurzelte Rarität ist beispielsweise der Speik: Optisch ein Mauerblümchen, überrascht er Botanik-Fans mit seinen inneren Werten. Der Tausendsassa taugt nämlich als Parfum, Kosmetikpflanze und Naturheilmittel.

Nach einer Wanderung über blühende Almteppiche, vorbei an Gebirgsseen geht es mit musikalischer Begleitung der Kuh-Glocken zu urigen Almhütten, die die Ernte der Almwirtschaft auftischen: Speck, Käse, Honig oder würzige Kräuterleibchen bringen das Beste aus der Region auf den Teller.

Den Trinkwasservorrat kannst du dir beim Naturschauspiel Tiebelquellen auffüllen. Aus den 60 bis 100 Quellen sprudeln pro Sekunde 660 Liter reinstes Quellwasser empor.

Den Biosphärenpark Nockberge erkunden!

5Steiermark: Im Reich der Endemiten

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Nationalpark Gesäuse

Wo das wilde Wasser der Enns und Salza auf steilen Fels trifft und 150 Jahre Alpinismus gelebt wird, finden Abenteurer, Familien oder Genusswanderer ihr großes Glück in bildschöner Natur – im Nationalpark Gesäuse. Der Gesäuseeingang (Katarakstrecke der Enns) wurde 1988 zum Naturdenkmal erklärt. 

Durch das Fernrohr tänzeln Gämsen über schroffes Gelände, ziehen Bartgeier mit ihrer 3 Meter Spannweite ihre Kreise durch die Lüfte oder erfrischt sich ein paradiesischer Eisvogel im Wildwasserfluss. 

Doch man muss nicht mit dem Feldstecher in die Ferne schweifen: Am Wegesrand finden Naturkundige zahlreiche Orchideenarten und Endemiten wie die Österreich Glockenblume, die Steirische Federnelke oder gar den Nordöstlichen Alpenmohn – nirgendwo in Österreich gibt es mehr endemische Arten als im Gesäuse.  

In der Spitzenbachklamm im “Tal der Schmetterlinge” herrscht hingegen das große Flattern und in den geschützten Höhlen wie der Arberghöhle begibt man sich auf die Spuren der Höhlenbären.

Die Naturerlebnisse des Nationalpark Gesäuse entdecken!

6Oberösterreich: ein Urwald im Herzen Europas

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Buchenwälder Nationalpark Kalkalpen

Auf 21.000 Hektar wird der Wald sich selbst überlassen. Ein Meer aus Bäumen wuchert im Reichraminger Hintergebirge des Nationalpark Kalkalpen – der Heimat unserer Luchse. 

Keine Straßen, keine Eisenbahnschienen – nur alte Forststraßen erinnern an die Brennholz-Industrie aus längst vergangenen Zeiten. Tote Bäume, die bei näherem Hinsehen Inseln des puren Lebens sind: Käfer, Pilze, Flechten, Moose und anderes Kleintier recyceln das Totholz ohne Streuverluste. 

Das Herzstück der Waldwildnis bilden die märchenhaften Buchenwälder. Die BesucherInnen begeben sich auf eine Zeitreise und fühlen 200 Jahre alten Buchen auf die “Rinde”. Sie bekommen einen Eindruck, wie Europa vor dem Anthropozän ausgesehen hat. Die Urwaldreste im Nationalpark haben sich schließlich seit 6.000 Jahren nicht maßgeblich verändert.  

Wer es kühl und schattig mag, findet sein Abenteuer im Naturdenkmal “Kreidelucke Höhle” – einer naturbelassenen Höhle, die in die faszinierende Unterwelt der Kalkalpen führt.  

Die Schätze des Nationalpark Kalkalpen bergen!

7Niederösterreich: Ötschergräben & Myrafälle

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Ötschergraben

Der Grand Canyon Österreichs: Türkisblaues Wasser, beeindruckende Felsformationen und geheimnisvolle Höhlen bieten Wanderfreuden pur in den Ötschergräben um die 1.893 m Bergpersönlichkeit: Ötscher. Die Wasserfälle wie Lassingfall, Mirafall oder Schleierfall ziehen die Besucher im Naturpark Ötscher Tormäuer in ihren rauschenden Bann. 

Die Kraft des Wassers hat hier Millionen von Jahren Arbeit geleistet, um die Ötschergräben aus dem Ötschermassiv zu schürfen. Mittendrin im Geschehen entdecken die Besucher die giftigste Pflanze Europas – den Blauen Eisenhut, Enzian, Seidelbast, Bergastern, Lilien und mit einer extra Portion Glück eine flinke Wasseramsel

Nur eine Stunde von Wien wartet ein weiteres Naturdenkmal in den Wiener Alpen, das sich gewaschen hat: Die 125 m hohen Myrafälle bei Muggendorf. Über Brücken und Stege wandern Familien und Wanderer an der brausenden Myra entlang. Ziel ist der Gipfel mit Panoramablick auf den Schneeberg.

Wasser? Marsch! Zu den schönsten Naturerlebnissen rund um den Quell des Lebens.

8Burgenland: Naturjuwel Steppensee

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Schilf und Bartmeise im NP Neusiedler See Seewinkel

Zwischen Ostrand der Alpen und Pannonischer Tiefebene versammelt sich eine enorme Artenvielfalt. Der größte Steppensee Europas ist allen voran wertvolles Brutgebiet und Rastplatz für Tausende Vögel. Vogelkundler aus aller Welt lassen sich den Hotspot an gefiederten Raritäten nicht entgehen (Stichwort: Gänsestrich)!

Bei einer Radtour durch die endlosen Weiten vorbei an Wein- und Obstgärten, Schilfgürtel und Weideflächen posieren die typischen Tier- und Pflanzenarten der Region gerne für ein Foto: vom Kleinen Knabenkraut (Orchidee), Purpurkönigskerze bis zu alten Nutztierrassen wie Ungarische Barockesel, Wasserbüffel, Ungarische Graurinder und Graugänsen.

Der Mix aus alpiner, pannonischer, asiatischer, nordischer und mediterraner Einflüsse bildet ein Mosaik aus verschiedenen Landschaftstypen: Feuchtgebiete, Weideflächen, Wiesengebiete, Trockenrasen, Sandsteppen und die raren Salzstandorte.

Rad satteln oder Wanderschuhe schnüren: Im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel gibt es viel zu entdecken!

9Wienerwald: Urwald vor einer Metropole

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Feuersalamander Wienerwald

Einmal tieeef durchatmen: Ein „Ur-Wald“ liegt in Wien vor der Haustüre und bereichert die „Grüne Lunge“ der Stadt. Ein Urwald in einer Millionenstadt? Das ist einzigartig in Europa!

Der Wienerwald ist mal mehr und mal weniger naturbelassen – manche Areale des Biosphärenpark Wienerwaldes sind durch Stadtwanderwege und Pfade gut erschlossen, andere dienen der Forstwirtschaft – wieder andere sind richtige Ur-Wälder. Wohl behütet darf in den insgesamt 37 Kernzonen mit einer Fläche von 5.000 Hektar die Natur wuchern, wie sie will. 

Das Projekt Elsbeere von Blühendes Österreich forstet dazu klimafitte Kleinwälder in der Region Elsbeere auf.

Einem Urwald beim Wachsen zusehen? Dieses Naturerlebnis bietet der Biosphärenpark Wienerwald.

10Niederösterreich: Falter-Hotspot Hundsheimer Berge

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Fetthennen-Bläuling

Nach tosenden Wasserfällen, glitzernden Gletschern bis bulligen Wasserbüffeln setzten zuletzt vier “Berge” (zwischen 140 und 480 m Höhe) im Osten Niederösterreichs die Winzlinge der heimischen Flora und Fauna in Szene: Ziesel, Große Sägeschrecke, Weiche Silberscharte, Kugeldistel oder der Große Scheckenfalter als flatterhafte Vertreter einer der rund 1.300 (!) Schmetterlingsarten. 

Die reizvolle Hügellandschaft ist seit längerem Geheimtipp unter NaturfreundInnen. Auch der Europarat nahm 1989 das Gebiet in das Netzwerk biogenetischer Reservate auf.

Landschaftsgestalter der Trocken- und Halbtrockenrasen ist niemand geringerer als eine Schafherde, die im Dienste des Artenschutzes die Flächen vor dem Verbuschen offen hält. Beim näheren Hinsehen schlägt das Biotop eine Blumenwiese (Biotop Magerwiese) schließlich um ein Vielfaches in Sachen Artenvielfalt und spielt in der Liga eines Urwaldes mit. Urwälder und Trockenrasen sind daher die artenreichsten Lebensräume Österreichs!

Im Einsatz für Schmetterling, Wildbiene & Co. – bei unseren Freiwilligeneinsätzen hilfst du wertvolle Lebensräume zu erhalten!

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